Naturschutzstation HerrenhaideAktuelles

Vogelstimmen im Schwarzholz

5. Mai 2018

Foto: Jens Schubert
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Foto: Jens Schubert

Der “Vogelwecker” hat an diesem kühlen Morgen 24 Naturfreunde aus dem warmen Bett in die Naturschutzstation Herrenhaide gelockt. Hier erwartete Herr Schilde vom Verein Sächsischer Ornitologen die Teilnehmer, um den zahlreichen Vogelstimmen einen Namen zu geben. Herr Schilde referiert schon seit vielen Jahren die ornithologischen Veranstaltungen der NABU-Gruppe Burgstädt erfolgreich und meisterte auch diese Wanderung durch’s Schwarzholz mit Bravour.

Einleitend ging Herr Schilde auf die vielen Gefahren ein, denen die Zugvögel alljährlich auf ihrem Weg in die Winterquartiere und zurück zu ihren Brutgebieten ausgesetzt sind. Die enorme Kraftanstrengung der teilweise nur wenige Gramm leichten Singvögel fordert so manches natürliche Opfer. Schlimmer aber sind die von Menschen verursachten Verluste. Sei es durch die gezielte Jagd auf Vögel im Mittelmeerraum oder durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und den damit verbundenen dramatischen Rückgang der Biomasse an Insekten oder durch fehlende vitale Strukturen in unserer Landschaft.

Dennoch haben es wieder einige Vögel geschafft, das Schwarzholz für die Reproduktion ihrer Art zu besetzen, beziehungsweise den Winter in heimischen Gefilden unbeschadet zu überstehen.

Noch in der Naturschutzstation bemerkten aufmerksame Beobachter, dass sich über ihren Köpfen ein Dohlen-Paar um seinen Nachwuchs im Nistkasten kümmert. Weithin zu hören war derweil die namensgebende Strophe des Zilpzalp. Auf dem Rasen des benachbarten Sportplatzes suchten Amseln und Wacholderdrosseln nach Fressbarem. Im Gestrüpp am Wegesrand konnte man den kleinen Zaunkönig umher huschen sehen und auch seinen vergleichsweise lauten Gesang hören.

Foto: Jens Schubert
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Foto: Jens Schubert

Überhaupt waren aufgrund der inzwischen vollständig belaubten Gehölze die meisten Vögel lediglich zu hören - so zum Beispiel der Waldlaubsänger, die Ringeltaube, das Rotkehlchen, der Pirol, der Gartenrotschwanz, die Blau- und die Kohlmeise, die durchdringenden Gesänge der Mönchsgrasmücke und des Buchfinks, aber auch leisere Töne, wie die des Wintergoldhähnchens, drangen aus den Kronen der Fichten zu uns durch. Die Rufe des Buntspechts, des Grünspechts, des Kleibers und des Kolkraben konnten wir vernehmen. Von Letzterem war auch das Nest mit einem brütendem Altvogel zu sehen.

Im offenen Gelände flogen ein Paar Nilgänse und ein Graureiher. Beide Arten besuchen sporadisch den in der Naturschutzstation befindlichen Schwarzteich. Ein Mäusebussard suchte am Waldrand nach Nahrung und in der Weite des blauen Himmels waren Stare, Mehlschwalben und eine Feldlerche nur mit dem Fernglas zu entdecken. Zuguterletzt, fast schon wieder am Ausgangspunkt angekommen, entdeckten aufmerksame Beobachter ein Goldammer-Pärchen. Die letzten vernommenen Stimmen dieser wunderschönen Vogelstimmenwanderung waren die der Dorngrasmücke und der Haubenmeise.

Die NABU-Gruppe Burgstädt bedankt sich ganz herzlich bei Herrn Schilde, der uns, wie schon so oft, an seinem großen avifaunistischen Erfahrungsschatz teilhaben ließ! Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste ornithologische Exkursion mit ihm!


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